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Erfahrungen mit Patientenverfügungen
Meine 84-jährige Mutter hatte eine Patientenverfügung,
in der sie einzelne medizinische Maßnahmen wünschte und ablehnte. Sie
lebte in einem Pflegeheim, als ein Blasenkarzinom festgestellt wurde und
sie nur noch sterben wollte. Ihre Demenz nahm zu und ich übernahm als
Bevollmächtige die Vertretung in gesundheitlichen Angelegenheiten und
sprach mit der Hausärztin, dem Urologen, der Heimleitung und dem
Pflegepersonal über die Wünsche meiner Mutter und wie ihr Sterben im Heim
zu gestalten sei. Die Patientenverfügung meiner Mutter war dabei wertvoll,
denn jeder konnte ihre Wünsche nachlesen. Meine Mutter starb nachts völlig
unbemerkt in den frühen Morgenstunden. Zuvor war sie mehrere Male kurz
vorm Sterben gewesen und jeder hatte geglaubt, jetzt sei es soweit, doch
sie erholte sich wieder. Vor diesem Auf und Ab schützt keine
Patientenverfügung.
– Regine Bernstein-Bothe
Mein 77-jähriger Vater hatte eine Patientenverfügung,
die besagte, dass er Notfallmedizin ablehnt. Er litt unter einem Schmerzsyndrom,
Diabetes und beginnender Demenz, und war schon sehr schwach. Schon länger
hatte er sterben wollen, weil ihm sein Leben zu einer unerträglichen Last
geworden war. Seit einem Monat war er in einem Pflegeheim, weil ich zuletzt
bis zu sechs Stunden am Tag bei ihm sein musste und dazu nicht mehr in der
Lage war. Ein Notarzt war gerufen worden, der anrief und mir sagte, dass
mein Vater eine Lungenentzündung entwickeln würde und er ihn unter normalen
Umständen ins Krankenhaus einweisen würde. Was ihn davon abhielt war seine
Patientenverfügung. Er wollte von mir als Bevollmächtigtem wissen, was er
tun solle. Darauf fragte ich ihn was die Patientenverfügung seiner Meinung
nach für diesen Fall aussagen würde. Der Arzt erwiderte, dass mein Vater nicht
behandelt werden wolle, worauf ich sagte dass man ihm dann doch seinen Willen
lassen sollte. Die Antwort des Arztes überraschte und bestärkte mich, denn
er sagte, dass er das auch so entschieden hätte, wenn es sein Vater gewesen
wäre.
– Frank S.
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